LM.C Report
4. Februar 2009 @ WERKSTATT in Köln
Während ihrer ersten Europatour kamen LM.C endlich auch nach Deutschland und wir durften bei ihrer Show in Köln dabei sein. Ort des Events war die Werkstatt, vor der viele Fans bereits seit dem frühsten Morgen auf ihre Lieblingsband warteten. Einige cosplayten Maya und Aiji, zumindest waren die meisten aber passend zur Band farbenfroh gekleidet und offensichtlich unbeeindruckt vom kalten Wetter.
Im Internet kursierte die Information, der Einlass würde um 18 Uhr beginnen, tatsächlich öffneten sich die Türen aber erst um 19 Uhr, was für die Fans bedeutete, noch eine weitere Stunde bei winterlichen Temperaturen im Freien zu verbringen. Auf die gute Stimmung legte sich das jedoch nicht. Für etwas Aufregung sorgte dann auch die junge Kamerafrau der Band, welche die Wartenden dokumentarisch festhielt.
Beim Einlass gab es ein paar Komplikationen, denn die Türsteher wollten Ausweise sehen. Einige waren noch unter 16 und hatten ihren Kinderausweis nicht dabei. Spätestens um 20 Uhr war es aber endlich geschafft und die Fans tummelten sich in der eher kleinen, schon reichlich beheizten Halle.
Vom Tourmanager erhielten wir jetzt die übliche "No photos, no filming" Anweisung, dann zählte er uns die auf der Tour bereits gespielten Konzerte auf und übertraf sich dabei an Lob für die großartige Stimmung bei jeder Show aufs Neue. Die Reaktion des Publikums war unmissverständlich: Köln wird heißer! Und dafür lieferten die Fans lautstarke Beweise.
Als endlich die ersten Töne von „Magical Rainbow Orchestra" erklangen, gabt es keinen Halt mehr. Die Band betrat die Bühne und Maya und Aiji wurden mit wortwörtlich markerschütterndem Gekreische begrüßt; gefolgt von ihrem Maskottchen bzw. Tanzkünstler Denki-Man und den restlichen Support-Mitglieder. Jetzt drehte LM.C voll auf und ihre Songs rissen sofort alle mit. Die Beats gingen unter die Haut. Im Programm waren viele Songs vom aktuellen Album, aber auch Klassiker, wie "Oh my Juliet", die auf keinem LM.C Konzert fehlen dürfen und für hammermäßige Stimmung sorgten. Denki-Man animierte das Publikum mit rhythmischen Armbewegungen und stellte so sicher, dass es auch wirklich nicht passiv blieb.
Nach den ersten Songs sprach Maya dann auch die Fans an. Mit Hilfe eines Spickers, auf dem eindeutig nur japanische Zeichen zu sehen waren, formulierte er deutsche Sätze. Er fragte oft „Gefällt es euch hier?", worauf ihm natürlich enthusiastisch geantwortet wurde. Doch meistens sprach er Japanisch, was nicht weniger Begeisterungsrufe auslöste. Abgesehen davon, dass die meisten diese Sprache dann doch nicht verstanden und auf Fragen wie „Atsui desu, ne? (=Ziemlich warm hier, oder)?" standardmäßig mit „Daisuki (=Ich mag dich)" oder einfach schreiend antworteten, war Mayas Aktion sehr erfolgreich. Zwei Mal trat auch Aiji in die Mitte der Bühne und legte ein Gitarrensolo hin, wobei er sich lasziv nach hinten lehnte und seine Gitarre hoch hielt oder einfach im Takt des Beats headbangte.
LM.C zeigte sich als eine außergewöhnlich fan-nahe Band, was besonders die ersten Reihen zu spüren bekamen. Die beiden scheuten weder Augen- noch Handkontakt zu ihrem Publikum und genossen sichtbar die heiße Begeisterung, die ihnen entgegen gebracht wurde. Die Temperatur in der Halle stiegt mit jeden Song, Springen und Headbangen weiter an und bald lechzten alle nach Wasser. Obwohl die Veranstalter vorgesorgt hatten, teilte auch Maya seine Vorräte und reichte Flaschen in Publikum oder prustete, nicht ohne ein bisschen Show, das Wasser im hohen Bogen über die Köpfen der Fans. Von Denki-Man gab es dann statt Wasser zwischendurch ein paar Drumsticks für die guten Fänger.
Zwischen den Songs brauchte die Band hin und wieder eine kurze Atempause, auf die sich die Mitglieder ganz unterschiedlich vorbereitet hatten. Während Aiji nach dem anstrengenden Marathongitarrenspielen ein Tuch genügte, um sich den Schweiß von Gesicht zu tupften, hatte Maya sich einen kleinen Spiegel zu Recht gelegt, um seine Haare nochmal zurecht zu zupfen. Die Pausen dauerten nur Sekunden, dann ging es auch schon weiter.
Maya hatte keine Mühe sein Publikum zu mitsingen zu bewegen, aber er machte sich immer wieder des Spaß, vor den Songs alle spielerisch zu animieren. Und so ging es mit „Woo, woooo", „Hey, hey" und „Oh, kami-sama" weiter durch die Show bis zum Stimmungshöhepunkt „Rock the LM.C”, auf den alle nur gewartet zu haben schienen.
Dann gingen die Musiker von der Bühne. Von jetzt an erklangen abwechselnd Rufe nach „Encore, encore!" und „LM.C, LM.C!". Minuten lang erfüllte der Sprechchor die Halle, dann erschien Denki-Man, um die Sache noch weiter anzufeuern und schließlich kehrte die Band zurück, um sich noch einmal ohrenbetäubend bejubeln zu lassen.
Maya stellte jetzt alle Supportmitglieder von LM.C namentlich vor - Tänzer Denki-Man, Bassist Hiro, Drummer Death-O und Kayboarder und DJ JayKay - und dann heizten sie den Zuhörern mit bunten Fahnen, schwankenden Spots und energiegeladener Musik noch einmal richtig ein. Maya verteilte seine bunten Lollis im Publikum und Aiji steuerte eine großzügige Anzahl seiner Plektren bei.
Für den Abschlusssong „Boys and Girls” ließ Maya die Jungs und Mädels vorab ein bisschen Lärm machen. Da diesem Spiel fanden alle schnell Gefallen und da die Boys dann doch in der Unterzahl waren, unterstützte sie Aiji kurzerhand von der Bühne aus. Zum Ende des Konzertes wurde es jetzt noch einmal richtig ausgelassen und lustig. Trotz des verspäteten Konzertbeginns haben LM.C ihre Setlist um kein Lied gekürzt, dennoch war es um 22.30 Uhr dann leider wirklich zu Ende.
Einige versorgten sich jetzt noch am Merchandise-Stand oder verschafften sich an der Bar Linderung für die raue Kehle. Aus vielen Ecken hörte man, dass das ja wohl ein richtig geiler Abend gewesen sei und das war er auf jeden Fall.
Manche hatten noch immer nicht genug und warteten bis auch Aiji und Maya die Halle verließen. Für sie ging es nun weiter zur nächsten Show nach München. Vom Bus aus schossen sie noch ein Erinnerungsfoto von ihren Fans.
Es war ein Abend, den Band und Fans sicher gleichermaßen genossen haben.
Wir möchten uns bei Weird World und allen Veranstaltern bedanken. Ganz besonders bei Frank und Sae, die uns auch ein Interview mit LM.C ermöglicht haben.
Setliste:
1. Chemical King-twoon
2. Bell the Cat
3. Galileo
4. Joker
5. BOOST BUSTERZ
6. @FUNNY PHANTOM@
SE
7. cosmology
MC
8. CRAZY A GO GO
9. Oh my Juliet
10. Z-Man
11. Metally
12. Boon!!
MC
13. Sentimental PIGgy Romance
14. Yellow Beauty
MC
15. 88
16. little Fat Man Boy
17. Liar Liar
18. Rock the LM.C
Encore
19. John
20. Boys & Girls