An Cafe Report
21. März 2009 @ LIVE MUSIC HALL in Köln
Ancafe machten dieses Jahr ihre zweite Tour durch Europa. Es standen 10 Stopps in 7 Ländern auf dem Plan und sie reisen quer über die Landkarte. Im Anschluss ging es dann weiter zu ihren Fans auf dem Doppelkontinent Amerika. Doch am Wochenende des 21. März gaben sie erst einmal ihre Konzerte in Deutschland und wir waren in Köln dabei.
Wie es sich gehört, ließ sich an diesem Tag keine Wolke blicken und die Sonne sorgte für angenehme Temperaturen. Während am Vormittag die Band sich mit Fans im nahe gelegenen Elektromarkt Saturn zur Autogrammstunde trafen, versammelten sich andere bereits an der Halle. Die ersten Hartgesonnenen verharrten schon seit Mittwoch vor den Toren und verteidigten eifrig ihren Platz in der Reihe, die bis zum Abend ein spektakuläres Ausmaß annahm. Die gesamte Straße war in vollen Länge mit einem fröhlich bunten Haufen Menschen, die sich dicht an dicht Richtung Eingang der Live Music Hall drängten, verstopft. Das Konzert war ausverkauft und die Halle fasst schätzungsweise 1500 bis 2000 Leute.
Irgendwann verschwand die Sonne hinter den Häusermauern und mit zunehmender Uhrzeit wurde auch die Stimmung immer angespannter. Jede Bewegung am Tor oder Rufe in der Menge wurden sofort mit Schieben und Drängen beantwortet. Viele waren jetzt deutlich gereizt und hatten Probleme sich im Gedränge auf den Beinen zu halten.
Endlich öffnete sich um 18 Uhr die kleine Eingangstür und kurze Zeit später wurde der Einlass auf das Tor erweitert, dennoch waren die Massen schwer unter Kontrolle zu bringen.
Die Fans stürmten die Halle, die sich binnen Minuten füllte und noch immer strömten Leute nach. Wie Sardinen bei stetig steigender Hitze fieberten alle der bevorstehenden Show entgegen, wegen der sie dieses ganze Chaos auf sich genommen hatten.
Als auch die letzten einen Platz in der Menge gefunden hatten, ertönte Minuten später Ancafe's ersehntes Intro und sofort lag alle Aufmerksamkeit des Saals auf der Bühne. Aller Ärger über das unentspannte Gedränge beim Einlass war nun vergessen. Ancafe würden jeden Augenblick die Bühne betreten.
Noch im Dunkeln erklommen die Musiker nacheinander die Bühne und begrüßten mit einigen Gesten ihre Fans. Diese antworteten deutlich mit gebührendem Gekreische. Die Lautstärke schwoll an, als Miku die Bühne betrat und sich ans Mikro stellt. Jetzt sprangen die Scheinwerfer an, Ancafe rockten los. Das Publikum stieg schnell in den Gesang ein und Miku's Para-Para-Performance hatte die Fans bald völlig im Griff. Soweit es der Platz irgendwie erlaubte, warfen sie ihre Arme hoch und imitierte seine Bewegungen. Auch Yuki wollte die Füße hinter seinem Keyboard nicht still halten. Als echtes Energiebündel und Stimmungsmacher hatte er seinen eigenen Tanz parat.
Die Band präsentierte sich in ihrem neuen Look und trug die Outfits der Single „Aroma", mit denen sie ihren typischen, sonst eher farbenfrohen Stil einen vielleicht leicht eleganten Anklang verliehen haben. Ausnahme auf der Bühne war Yuki, der sich farbeprächtig wie eh und je präsentierte.
Mit gewohnter Fröhlichkeit und Energie heizten Miku und Co. dem Publikum in der Live Music Hall gleich von Anfang an richtig ein. Es war schnell zu spüren, dass Ancafe sich nicht von der enormen Energie, die das europäische Publikum ausmacht, überrollen ließen. Sie gingen noch offener auf die Fans ein als bei der letzten Tour und scheuten keinen Fankontakt.
Die Hitze und Anstrengung forderte schnell ihre Opfer. Einige Fans in den ersten Reihen, die für diesen Platz teilweise schon vor Tagen angereist waren, mussten ihre Stellung sehr bald aufgeben. Bereits währende der allerersten Songs wurden recht viele Mädchen von den Security-Leuten aus der Menge gezogen und beim Sanitäter abgeliefert. Die meisten konnten sich nach einem Glas Wasser und einer kurzen Pause aber wieder unter die anderen Fans mischen.
Nach den ersten Liedern stellte Miku seine Band vor und man hörte, sein Englisch hat sich verbessert. Er nannte jedes Mitglied mit Namen und seinem Part. Und schließlich „On Keyboard - Atze!" Als dieser sich dann fälschlicher Weise als Yuki ausgab, musste Miku ihm umgehend widersprechen. Das Publikum lachte. Diese Anspielung hat sich unter den deutschen Fans mittlerweile eingebürgert.
Auch die anderen Musiker sagten ein paar Worte. Teruki hatte sich, genau wie im letzten Jahr, auf einen deutschen Kommentar vorbereitet. Obwohl er oder gerade weil er mehrere Anläufe brauchte, um den letzten Teil von „Habt ihr uns vermisst?" richtig auszusprechen, war das Publikum begeistert.
Ancafe hatten eine großartige Show mit guter Live-Qualität vorbereiten, ihre Setlist mit Klassikern und vielen aktuellen Songs ihrer letzten Platten bestückt. „Kawayusu Rock", „Summer Dive", „Nyappy in the world 4", natürlich auch „Aroma" und eine ganze Menge mehr. Für „Duck no magical adventure" hatte Sänger Miku sich dann noch etwas einfallen lassen. Er hielt zwei verschiedene Handpuppen hoch und fragt: „Do you want Donald or do you want 'Geißbocke'?" (Geißbock Hennes ist Maskottchen vom FC Köln). Natürlich war es Gaststar 'Geißbocke', der die Band bei der Performance des Songs unterstützt und im Publikum brachen bei diesem Lied die letzten Dämme.
Nach reichlich einer Stunde gingen Ancafe klitschnass von der Bühne. Auch in der Halle herrschte eine unglaubliche Hitze und sehr dicke Luft. Die Erschöpfung war in der zusammengedrängten Menge deutlich zu spüren. Selbst die Zugaberufe waren ungewohnt zurückhaltend, dennoch erwarteten alle die Zugabe. Nach einer kurzen Pause für die Band, in der sie sich umgezogen und wieder herrichten lassen hatten, kehrten sie vor das Publikum zurück und legten noch mal nach. Die Zugabe bestand aus „Kizuna Bonds" und „Smile ichiban ii onna", natürlich in der Extended Version, die der Band viel Zeit für ihre Fans gab. Miku prustete im hohen Bogen mehrere Flaschen Wasser in das verschwitzte Publikum und sprang schließlich von der Bühne und warf in die Arme des Publikums, sodass die Security reichlich zu tun hatten. Die ersten Reihen freuten sich über Miku's Fanabstecher und drängten sich dicht in seine Richtung.
Das Konzert näherte sich seinem Ende und letztendlich hatten alle Musiker ihren Platz und Instrumente verlassen und ließen sich auf der Bühne feiern. Sie posierten einzeln oder gemeinsam vor den Fans und ließen von ihrem Kameramann Erinnerungsfotos schießen. Schließlich verabschiedeten sie sich vom Publikum.
Nach dem Konzert stellten sich die Besucher der Herausforderung ihre Jacken und Taschen an verschiedenen Garderoben wieder einzusammeln und man hörte unterschiedlich Meinungen zu dem Konzert und Vergleiche zur letzten Ancafe-Tour. Viele waren begeistert und freuten sich, dass die Band wieder da war oder sie sie nun zum ersten Mal erleben durften. Andere hatten sich auch mehr versprochen oder auf ein längeres Konzert gehofft. Manche ärgerten sich einfach über die teilweise unfreundlichen Verhältnisse im Publikum untereinander und hätten die Show gern mehr genossen.
Letztendlich wären aber wohl viele am liebsten gleich weiter nach München zum nächsten Konzert gefahren, doch die meisten pilgerten Richtung Bahnhof und nach Hause, teilweise bis über die Grenzen Deutschlands hinaus.
Wir möchten uns bei Neo Tokyo und Twisted Talent bedanken, dass wir auch dieses Jahr wieder dabei sein durften und auch vielen Dank an das nette Team vor Ort.