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miyavi Report
22. Juni HUXLEYS NEUE WELT

Nachdem der japanische Ausnahmekünstler miyavi im letzten Jahr im Rahmen der Animagic in Bonn vor ausverkauftem Hause sein Europadepüt gegeben hat, startete er dieses Jahr seine erste Welttournee und performte 3mal in Deutschland.
Jrockradio war am 22. Juni bei seinem Auftritt in Berlin dabei und wir freuen uns, dass wir euch davon berichten können.

Wir erreichten die Halle gegen 15 Uhr und stießen auf eine große Ansammlung von Fans. Gegen die Worte des Wetterberichtes war das Wetter prima, vielleicht etwas zu heiß und es fand ein regelrechter Ansturm auf das Eiscafe neben dem Huxleys statt.
Schon in der deutlich kälteren Nacht zuvor waren die ersten Fans von der Halle eingetroffen und beim Absperren des Eingangsbereiches wurde sogar darauf geachtet, dass diese als erstes eingelassen werden.
Die Atmosphäre war sehr angenehm, aber sobald sich um etwa 18 Uhr die Tore öffneten, gab es ein riesen Geschiebe und Gedränge. Das machte den Einlass natürlich kein Stück schneller, denn um dem Ansturm gewachsen zu sein, lies die Security immer nur kleine Gruppen ein. Und so füllte sich die Halle. Um pünktlich 19 Uhr begann die Show. Der Veranstalter richtete zu Beginn einige begrüßende Worte an uns und heizte das Publikum an. Auch schon zuvor erklangen überall in der Halle Rufe nach miyavi. Schließlich betrat die Künstlergruppe die Bühne und wurde tosend empfangen. Als Letzter erschien miyavi selbst, verborgen unter einem japanischem Schirm und schritt zum Mikrophon. Sobald er den Schirm hob und ins Publikum blickte, schwallen ihm die begeisterten Rufe der Menge entgegen. Die Musiker ließen sich nicht lange bitten. Sie eröffneten das Konzert und die Fans waren sofort gefangen.
Stepper Saro überzeugte nicht nur durch seine schnellfüßigen, rhythmischen Steppeinlagen, sondern auch durch sein Talent als Stimmungsmacher und animierte das ohnehin bereits aufgeheizte Publikum mit seinen Tänzen und Choreografien. Der gerade mal 18 jährige DJ Teddy Loid präsentierte sich neben Tyko auch als Beatboxer und wurde von den Fans jubeln angenommen.
Während der Show suchte miyavi ständig Kontakt zu seinen Fans, die ihm jedes Mal entgegen trieben sobald er sich dem Rand der Bühne näherte. Dass es warm und eng war und hitzig zu ging, wäre wohl stark untertrieben, dennoch blieb der Umgang der Fans untereinander angenehm.
Im Verlauf des Konzertes wurde es in der ersten Reihen etwas luftiger und von hinten drängten wenige nach. Die Hitze und Anstrengung zwangen einige in die hinteren Reihen und leider mussten auch genug von der Security aus der Masse gezogen werden. Ich hatte den Eindruck, dass für die hohen Temperaturen des Tags die Wasserausgabe nicht ausreichend war oder einfach nur zu spät einsetzte. Besonders während der Pause, in der Teddy Loid seine Künste als DJ zeigte und mit guter Resonanz Songs von miyavi mixte, hätten ich und viele andere uns eine stärkere Wasserausgabe gewünscht.

miyavi kehrt in neuem Outfit auf die Bühne zurück und spielte als Eröffnung des 2. Teils des Konzertes "Freedom Fighters". Im letzten Jahr wurde miyavi durch den lauten Sprechchor nach diesem Lied überrascht und musste seinen Fans sagen, dass er es nicht vorbereitet hatte. Er versprach damals, er würde es bei seinem nächsten Auftritt in Deutschland in die Show aufnehmen und verkündete damit, dass er wieder kommen wollte. Die Fans waren spürbar und hörbar begeistert, dass er dieses Versprechen einlöste. Die gesamte Halle sang mit. Nach "Freedom Fighters" kehrten auch die anderen Musiker auf die Bühne zurück und unter zeremoniellen Trommelklängen legte miyavi seine Sonnenbrille ab und ihm wurde ein Stirnband angelegt, dass nun alle Bandmitglieder trugen. Dann begann der rockigere Teil des Konzertes. Da sich die ersten Reihen mittlerweile weiter gelichtet hatten, kam noch mehr Bewegung ins Publikum.
Obwohl es zwischendurch ein kleines Problem mit dem Ton gab, was sich bei Liveshow wohl nicht immer ganz vermeiden lässt, wurde davon weder Stimmung noch Show beeinflusst.
miyavi sprach viel mit seinen Fans, größtenteils auf Englisch, aber er hat sich auch schon einen kleinen deutschen Wortschatz angeeignet. Gleich in den ersten Minuten des Konzertes erklärte er uns in Landessprache, dass er am Tag zuvor in Köln war und die Stimmung dort super war. Er sagte uns, dass wir noch lauter sein sollen als die Kölner. Ich weiß nicht, ob wir das geschafft haben, aber die Fans im Saal gaben ihr bestes dafür. Als er später auf deutsch die Frage stellte, ob wir Spaß hätten, kam die Antwort mehr durch Lautstärke als durch ein verständliches "ja". Er erklärte, dass er ebenfalls Spaß hat. Tyko und Saro gingen auch stark auf das Publikum ein und zeigten sich als Animationskünstler. Die Stimmung der Musiker auf der Bühne war genauso gut, wie die der Fans.
Das letzte Lied des 2. Teils "We will rock you" brachte die Stimmung noch einmal zum Höhepunkt. Noch lange nachdem die Truppe abgegangen war, klang der Refrain im Frage-Antwort-Prinzip durch den Saal und lockte die Künstler für eine Zugabe zurück auf die Bühne. mivayi betrat mit offenen Haaren und im Deutschlandtrikot die Bühne. Die Wollmütze brachte mich angesichts der Hitze zum Grinsen, aber es sah sehr stilisch aus.
Während der Zugabe gab miyavi noch bekannt, dass er wiederkommen wird. Alle, die sich auf dieser Tour keines der Konzerte ansehen konnten, sollten das bei seiner nächsten Tour nachholen. Die Show ist wirklich sehenswert. Man spürt sofort, dass da keine Band, sondern eine Gruppe von großartigen Künstlern, die jeder für sich etwas zu bieten haben, gemeinsam auf der Bühne steht.
Nach etwa 2,5 Stunden war das Konzert zu Ende. Wir konnten die Halle ohne jedes Problem oder Stau verlassen und schafften es noch in der abendlichen Hitze den Heimweg anzutreten, bevor ein Gewitter losbrach.

An dieser Stelle vielen Dank an Rock:ID, die uns den Besuch des Konzertes und diesen Bericht ermöglicht haben. Einen großen Dank auch an JaME, die uns für den Artikel Fotos vom Konzert in Köln zu Verfügung stellen.

Autor: noi



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